Artikel in der PZ vom 26.7.2017

 

Roman „Der Normanne, der Knappe und das verschenkte Schwert“.

PforzheimerAutorin Claudia Speer legt jetzt den zweiten Band vor.

GABRIELE MEYER | PFORZHEIM

Deutschland im Jahre 1197 – und Guy of Gisborne ist wieder unterwegs. Die Pforzheimer Autorin Claudia Speer hat ihren raubeinigen Helden in der Fortsetzung des historischen Romans „Der Auftrag des Normannen“ von Phorzein und dem Schwarzwald aus auf eine weitere abenteuerliche Mission geschickt – dieses Mal geht es am Rhein entlang, hinüber ins Elsass nach Strazpurc und Basel.

In „Der Normanne, der Knappe und das verschenkte Schwert“

wandeln der Ritter und sein Schreiber und Übersetzer Jakob dabei erneut auf Pfaden, die historisch nicht immer belegbar, aber deswegen nicht weniger spannend sind. Auch der zweite Band um den Normannen ist ein Buch zum Festlesen, fantasievoll und mit viel Wortwitz atmosphärisch dicht erzählt, unterhaltsam und dabei fesselnd wie ein Krimi. Ein Lesespaß selbst für die, die mittlerweile genug vom alleweil gefeierten Mittelalter haben.

Den aus seiner Heimat verbannten Guy of Gisborne, der englischen Robin-Hood-Legende entlehnt, hat Claudia Speer kurzerhand nach Pforzheim und in die Region verfrachtet. Das bietet Raum für Missverständnisse und Staunen über andere Lebensweisen, fördert aber ebenso die nicht unerwartete Erkenntnis, dass Gauner und Schurken genau wie schöne Frauen und edle Ritter eben überall unterwegs sind. So etwas kann durchaus auch komische Momente aufweisen, wird hier aber getragen von der profunden Kenntnis der Autorin über die zeitgeschichtlichen Hintergründe und die Lebensumstände der Menschen abseits der herrschaftlichen Burgen und Schlösser. „Das kleine, einfache Leben jener Zeit hat seinen Reiz“, sagt Speer. „Ich betrachte es als eine interessante Aufgabe, diesen historischen Hintergrund zu beleuchten.“

So sind Guy Not und Elend ebenso vertraut wie Glanz und Reichtum. Seine Figur, angelegt auf einem schwankenden Grat zwischen edler Gutherzigkeit und düsterem Haudegen, gewinnt im neuen Roman mehr und mehr Kontur und lässt auch mitfiebern und mitleiden, wenn der ansonsten hieb- und stichfeste Adelige in eine Falle tappt. Guy ist, das merkt man, der Autorin ans Herz gewachsen („Das muss er ja“, sagt Speer), er nimmt aber genauso den Leser für sich ein – auch wenn es schwer ist, dem jungen Knappen Jakob mit dem klaren Verstand und dem Löwenherzen den Rang abzulaufen.

Es ist eine hehre Mission, in der der bärbeißige Normanne unterwegs ist und die ihn mit den unterschiedlichsten Menschen zusammenführt. Ausgangspunkt der Geschichte der gefährlichen Reise ist das Zusammentreffen mit dem mysteriösen Adelphos, der ein Geheimnis zu wahren hat. Es geht, soviel sei verraten, um das legendäre Schwert König Arthurs, um die Befreiung des jungen Königs Wilhelm, der Königin und ihrer Töchter. Eine schwere Aufgabe, denn skrupellose Verfolger sind Guy und Jakob – zu ihnen gesellt sich später noch die schöne Heilerin Miriam – dicht auf den Fersen.

Dritter Band in Arbeit

Für Speer, gelernte Schmuckdesignerin, war die Entdeckung ihres schriftstellerischen Talents der Aufbruch in eine völlig neue Welt. „Das Schreiben hat mich geradezu überwältigt“, erinnert sie sich. Mittlerweile ist die Schriftstellerei aus ihrem Leben nicht mehr wegzudenken – es war beinahe eine Notwendigkeit, dass die Abenteuer Guy of Gisbornes in einem zweiten Band fortgesetzt wurden. Inzwischen, verrät sie, geht es am heimischen Schreibtisch für den Normannen in die dritte Runde. 

Artikel in der PZ vom 14.11.2014

Claudia Speers „der Auftrag des Normannen“ spielt im mittelalterlichen Pforzheim.

Die Pforzheimer Autorin Claudia Speer legt ihren ersten Roman vor.

Was ist Wirklichkeit und was Fiktion? Diese Frage stellt sich besonders bei historischen Romanen, die eine ferne und meist unbekannte Realität abbilden. Claudia Speer hat sich mit ihrem ersten Buch genau in diese Realität begeben, in das Pforzheim des Jahres 1197.

Anzeige

Guy of Gisborne ist die Hauptfigur ihres Romans „Der Auftrag des Normannen“. Ausgerechnet den Gegenspieler Robin Hoods hat sich die Autorin, die selbst in Pforzheim lebt, ausgesucht und ihre Geschichte damit klar in der undefinierten Zone zwischen Wahrheit und Legende platziert. Denn ob Robin Hood wirklich gelebt hat, darüber wird nach wie vor gerätselt. Nach Phorzein am Rande des Schwarzwaldes wird Guy of Gisborne von allerhöchster Stelle geschickt. Er soll für die englische Krone das uneheliche Kind des Deutschen Kaisers finden – in geheimer Mission. Ein gefährliches Abenteuer beginnt, mit brutalen Raubrittern und zwielichten Äbten.

Claudia Speer hat viel Zeit für die Recherche aufgewendet. „Die geschichtlichen Hintergründe entsprechen alle der Realität“, sagt sie. Nur das uneheliche Kind des Kaisers hat sie frei erfunden.

Dass sie über eine rege Fantasie verfügt, hat die Pforzheimerin beim Besuch eines Schreibworkshops bemerkt, zu dem sie im Jahr 2012 von einer Freundin überredet worden ist. Das Handwerkszeug habe sie dort gelernt und daraufhin sofort mit dem Schreiben angefangen – von Anfang an mit Erfolg. Zunächst hat Claudia Speer erste Kurzgeschichten veröffentlicht, in ganz unterschiedlichen Genres, mal Krimi, mal Thriller, mal Fantasy, mal Science-Fiction. Wovon die meisten Autoren träumen, ist ihr mühelos gelungen: Sie hat sofort einen Verlag gefunden. „Viele Verlage schreiben Wettbewerbe aus“, sagt sie. „Da habe ich mitgemacht. Und offenbar haben meine Geschichten gefallen gefunden.“

Auch der in Pforzheim spielende Roman ist ein Beitrag Speers zu einem Wettbewerb. Eine historische Geschichte war ausgeschrieben, die in den Jahren zwischen 500 und 1500 verortet sein sollte. „Es war klar, dass meine Story in Pforzheim spielt“, sagt Claudia Speer. „Ich wollte einfach etwas über Pforzheim schreiben.“ Sie selbst ist der Stadt verbunden, ist hier geboren, hat Goldschmiedin gelernt und Schmuckdesign studiert. Eines Tages nur vom Schreiben leben zu können, wäre schön, sagt sie.

Noch ist es nicht so weit, auch wenn „Der Auftrag des Normannen“ sich gut verkauft. Seit September ist das Buch im Handel und beim Burgenwelt Verlag spricht man bereits von der zweitbesten Erstveröffentlichung. Claudia Speer aber ist bereits bei ihrem nächsten Projekt, einem düsteren Sciene-Fiction-Roman mit Endzeitstimmung. Und was kommt dann? Vielleicht ein Liebesroman? „Wer weiß“, sagt Claudia Speer und lacht. „Ich will alles ausprobieren.“

 

Autor: Carola Pigisch

# # # #